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Über verschiedene Brillen


Über verschiedene Brillen
 
 
Manchmal sage ich den Leuten: Pass auf, da ist eine Differenz zwischen Dir und mir!
Doch wenn ich dann auf diese zeige, gucken sie mich ganz erstaunt an: „Was hast Du? Das ist doch genauso wie bei mir. Du sagst nur es sei eine Differenz, bzw. Du möchtest es wäre eine.“
  
Solche Leute – das sei ganz platt gesagt – können nicht die Brille wechseln. Bzw. wissen gar nicht, dass es mehrere Brillen gibt. Es ist nämlich so: Sie selbst tragen eine grüne Brille und drum hat alles, auf das sie blicken einen grünen Schimmer. Ich aber trage eine blaue Brille und mir erscheinen die Gegenstände deshalb durchgängig eingebläut.
 
 
Jetzt könnten diese Leute sagen: „Hm. Das stimmt tatsächlich, aber der Gegenstand unserer Betrachtung ist doch immer noch derselbe. 
Ja, das ist wahr. Insofern es sagt, dass wir über dieselbe Welt, dieselben Ereignisse in der Welt sprechen. Wie sollte ich auch über eine andere Welt sprechen können als Du? 

Der Gegenstand, der unsere Gespräche reizt, ist aber nicht seine eigene Interpretation!
 

Du musst verstehen, aus was Deine Brille gemacht ist! Ihre Gläser sind Deine Urteile und Ihr Gestell besteht aus Deinen Werten. Das grün Deines Gegenstandes ist ihm nicht zufällig, sondern haftet ihm an, weil DU ihn betrachtest. Und deswegen, ist mein Gegenstand auch blau.  
  
  
Dann ist da aber doch eine Differenz. Die Differenz zwischen einem grünen und einem blauen Betrachtungsgegenstand. Und der eine ist dem anderen nicht gleich und kann ihn nicht abbilden.
  
Du darfst aber nicht vergessen, dass dein Sprechen über die Welt, deine Werte und Urteile diesen Gegenstand eingefärbt haben! 

Der Unterschied zwischen uns mithin am Ende ist: Ich weiss, dass es andere Brillen gibt. Ich kann und will sie gar nicht aufsetzen, verlange aber auch nicht, dass alle meine Brille tragen.
 
Bitte tu das auch nicht.