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Das kleine Licht

 
Das kleine Licht
 
Wenn Du mich fragst: "Hast Du ein Ziel?" So sag ich: "Nein."
Und mit Brecht: "Und doch, gewiß, ich weiß schon was Du meinst."
Tatsächlich habe ich ein Ziel. Doch es ist nur ganz klein.
"Ein Licht das will ich anzünden, damit es uns beiden scheint."
 
"Nein. Kein großes, keine Sonne.
Eins in das wir blicken können, ohne das uns die Augen verbrennen.
Mit dem es sich Reden läßt, das unsere Münder aus dem Dunkel hervorzaubert."
"Münder zum Sprechen, Kommunizieren. Münder zum Küssen vielleicht -
Vielleicht wird unser Sprechen in so einem Licht zu einem leisen Küssen?"
 
"Ein zärtliches Licht will ich anzünden."
"Wir werden die Hand davorhalten müssen.
Der Wind der Dunkelheit ist rauh und droht das Licht auszublasen."
 
Und bläst es aus. Immer wieder aus.
 
"Ich will das kleine Licht immer wieder anzünden", ja MUß es immer wieder anzünden.
Das ist so eine Qual; das ist meine Qual.
 
"Ein solch schwächliches Licht, ein solches Schimmern, das leuchtet nicht allen.
Das ist kein Messias, das missioniert nicht mehr, das leuchtet nur hier. Für uns."
 
So ein kleines Licht leuchtet gar nicht hier.
Es leuchtet hier und hier und hier.
Und dort und dort und dort -
Überall wo es angezündet wird.
Mit jedem Satz und jedem Küssen neu angezündet wird.
"Seine Kraft die reicht für uns zwei, vielleicht für drei.
Manchmal für eine Ecke des Zimmers."