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Lektion "Sitzen"

Lektion Sitzen

Das Thema Sitzen, ist ein sehr komplexes Thema in der Alexander Technik, denn es beinhaltet, anders als die Ruheposition, das Stehen, oder sogar das Gehen eine fundamentale Veränderung der Winkel zwischen Thorax und Oberschenkel einerseits, sowie Ober- und Unterschenkel andererseits. Damit einhergeht, dass nicht mehr die Füße, wie beim Stehen oder Gehen, der Hauptankerpunkt im Bodenkontakt – und damit Kontakt zur Schwerkraft - sind, sondern die Sitzbeinhöcker in ihrem Kontakt zur Sitzfläche. Gleichwohl kommt den Füßen auch beim Sitzen fundamentale Bedeutung zu, wie wir sehen werden.

Aufgrund der Komplexität der Thematik habe ich mich entschlossen das Thema Sitzen in mehrere Audiolektionen zu zerlegen.

Wir beginnen mit dem Hinsetzen

Teillektion 1: Hinsetzen

Sie finden die Lektion unter: https://soundcloud.com/matthias-majors/sitzen-teil-1-hinsetzen

Das Hinsetzen, der Wechsel vom Stehen zum Sitzen, ist jene Handlung, die den Erfolg des Sitzens zu 90% bestimmt.

Worin liegt dieser Erfolg? Wie immer in der Abwesenheit unnötiger Spannung bei der Ausführung der Handlung „Sitzen“.

Wie die Lektion zeigen will ist die Reduktion von Spannung bei der Handlung „Sitzen“ auf ihr natürliches Mindestmaß wesentlich abhängig von der Positionierung des Beckens. Diese wiederrum steht in direktem Zusammenhang mit der Frage wie die Sitzbeinhöcker auf der Sitzfläche positioniert werden können. Ich will hier nicht der Lektion vorgreifen, Tatsache aber ist, dass wir im gewöhnlichen Leben zumeist mit nach vorne oder hinten gekipptem Becken sitzen und so gut wie nie auf den Sitzbeinhöckern, sondern wahlweise auf dem Steißbein oder fast der Symphyse (also stark nach hinten oder nach vorne gekipptes Becken).

Etwas plakativ will ich sagen: Wer das Becken beim Hinsetzen nicht richtig positioniert, hat die Chance für ein aufgerichtetes Becken im Sitzen – die Basis eines Sitzens ohne unnötige muskuläre Spannung verpasst. Das man das Becken auch noch mal neu positionieren kann wenn man bereits sitzt, will ich in einer späteren Lektion zeigen. Prinzipiell bleibt es aber wahr: Das Hinsetzen ist die Basis eines guten Sitzes.

„i“- und „z“-Position

In der Lektion wird immer Mal wieder von „i“ und „Z“ Position gesprochen. Im Nachgang ist mir aufgegangen, dass das mit dem „Z“ verwirrend sein kann, je nachdem, wie man seitlich vor dem Spiegel steht. Die „i“ Position ist einfach als Bild: Sie meint den aufrechten Stand, der im Querschnitt quasi einem i entspricht. Die „Z“-Position meint jetzt die Körperposition beim Hinsetzen, die sich ergibt aus der „Klappung“ – ein schreckliches Wort -, also dem Zusammenklappen des Körpers, dadurch, dass sich Ober- und Unterschenkel im Kniegelenk annähern, sowie gleichzeitig Torso und Oberschenkel im Hüftgelenk. Das sieht dann aus wie ein Z oder auch ein spiegelverkehrtes Z, eben je nach Stand zum Spiegel.

Zwei wichtige Anweisungen

Zum Schluss: Die beiden schwierigsten und wichtigsten Anweisungen, die ich Ihnen für die Lektion mit auf den Weg geben will:

1.       Bewegen Sie den Torso immer als Einheit = Schultern, Brust, Bauch UND Becken sind ein gemeinsamer Bewegungsschenkel. Vergessen Sie, dass Ihr Körper über die Möglichkeit verfügt Brust und Becken einander zu nähern, indem er auf Bauchhöhe abknickt und die Wirbelsäule krümmt.

2.       Vergessen Sie den Stuhl und die Idee sich setzen zu wollen! Es gibt – Sie werden es merken – eine “Angst vor dem Stuhl“, die in einem Zusammenkneifen der Pobacken – und sei es noch so klein – und einem damit einem runden des unteren Rückens einhergeht. Das ist einer der Hauptgründe, warum Ihr Becken oft nicht so auf dem Stuhl aufkommen wird, dass Sie es locker aufrichten können, sondern abgewinkelt. Ein nach hinten fallen des Beckens ist dann vorprogrammiert.

Und jetzt: Viel Spaß! Und bitte geben Sie mir Ihr Feedback!