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Rückenschmerzen selbst behandeln

Typische Hohlkreuzhaltung (Start-Reflex nach Thomas Hanna):




Schmerz, dazu diffuser, ist vielen Ärzten ein Greul, denn er läßt sich nicht einfach durch eine Tablette, ein kurzes Knick-Knack des Einrenkens oder gar eine Bandscheibenoperation beheben. Er bleibt oft, trotz verschiedenster schulmedizinischer Massnahmen, hartnäckig bestehen. Als Patient werden sie dann für schuldig erklärt, denn es ist ja ihre Psyche, die offensichtlich das Problem ist. Weil diese einfache Erkenntnis der Ärzte ihren Schmerzen nicht hilft, beginnen sie dann von Arzt zu Arzt zu rennen. Ein oft frustrierendes, gar deprimierendes Erlebnis.
Auf dieser Odysee bin ich aber einigen Physio- und Körpertherapeuten begegnet und habe das ein oder andere gelesen, die mir und das mir geholfen haben/hat. Seit dem weiss ich: ich kann etwas gegen meine Schmerzen tun. Und mehr noch: hätte ich manches früher gewußt, in der akuten Phase meiner Schmerzen, hätte ich deren Chronifizierung vermeiden können.

Da ich im Internet keine Seite kenne, die komprimiert Anweisung zur Selbstbehandlung von Rückenschmerzen gibt, veröffentliche ich mein "Wissen" hier.

Einige (meiner) Wahrheiten vorab:

  • Die meisten Schmerzen, die sie verspüren, rühren von überlasteter und chronisch verspannter Muskulatur her 
  • Kraftübungen helfen bei verspannter Muskulatur nicht (werden von Physiotherapeuten aber nach wie vor gelehrt)
  • Ihre Rückenmuskulatur ist nicht zu schwach, höchstens zu verspannt
  • Ein Hohlkreuz entsteht nicht primär durch eine zu schwache Bauchmuskulatur, sondern durch eine permanent angespannte Lendenmuskulatur und einen permanent angespannten Lenden-Darmbeinmuskel
  • Sie müssen lernen Muskeln zu entspannen, nicht durch Krafttraining weiter zu überspannen
  • Yoga schadet bei chronischen Muskelschmerzen meist; vor allem weil es Yoga-Anfängern sehr schwer fällt die Übungen ohne unnötigen Krafteinsatz zu machen
  • Bauchmuskeltraining schadet in den meisten Fällen mehr als das es hilft, da sie Verspannungen auf der gesamten Vorderseite des Körpers verstärken. Solche Verspannungen sind aber typisch für Menschen, die viel Sitzen.
  • Gerätetraining schadet ihnen.
  • Klassische Dehnübungen helfen manchmal in der Akutphase von Schmerzen, behindern aber anhaltende Muskelentspannung (eine bessere "Dehnungstechnik" ist die Feldenkrais-Methode).

 

Wir leben in einer Kultur des Höher-Schneller-Weiter. Wir haben gelernt, dass sich Ehrgeiz und Anstrengung bezahlt macht. Es ist uns beigebracht worden, dass man/frau "Dinge aushalten muss", "durchstehen muss", "sich nicht so anstellen darf". Im Sport glauben wir, dass Schwitzen anzeigt, dass wir uns anstrengen, also ein Zeichen dafür ist, dass wir etwas gut machen. Beim Bauch- und Rückenmuskeltraining denken wir, dass die Schmerzen bei der Ausführung und der deutliche Muskelkater danach der Beweis sind, dass wir an unsere Grenzen gehen, es uns nicht zu leicht machen und uns also ordentlich anstrengen, was gut ist.

Meine Wahrheit: Um so besser es Ihnen gelingt, diese dogmatische Grammatik unserer gesellschaftsgesteuerten Selbstwahrnehmung zu durchbrechen und die Dinge mit Spass und nicht mit Anstrengung, locker und leicht zu tun, um so weniger Schmerzen werden Sie haben. Ehrgeiz ist eine Erscheinungsform der Angst. Beides treibt Sie in die Muskel-an- und verspannung.

Bitte nehmen sie zur Kenntnis, dass ich Laie bin! Ich kann keine echten Diagnosen erstellen und muss bei der Anwendung meiner Übungsvorschläge völlig an ihre Selbstverantwortung appelieren. Sollten ihre Schmerzen während der Arbeit an den hier beschriebenen Übungen schmlimmer werden: Brechen sie die Übung ab! und gehen sie zu einem Arzt/Physiotherapeuten.
Prinzipiell empfehle ich ihnen, sollten ihre Schmerzen länger als 1-2 Wochen andauern einen Arzt aufzusuchen.


Ich übernehme keinerlei Haftung für das hier Gezeigte/Geschriebene!