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Subjektivität

Subjektivität
 
Drei Sätze zur Subjektivität. Einer ist wahr, zwei sind falsch:
1.       Alles was ist (Welt der Objekte) erhält seinen Wert nur durch die subjektive Erfahrung, die alle Existenz begeleitet.
2.       Subjektivität steht unbewegt den Bewegungen der Objekte gegenüber (Verhältnis von Geist und Körper 1).
3.       Subjektivität beherrscht als Zentrum von Bewegung die Bewegungen der Objekte (Verhältnis von Geist und Körper2).
Satz 1 stimme ich zu. Die Sätze 2 und 3 sind Übertreibungen der folgenden Erfahrungen:
a)      (zu Satz 2) Ich erlebe die Bewegung/Veränderung meiner Subjektivität normalerweise als Kontinuität. Dieses kontinuierliche Teilhaben an meinen subjektiven Zuständen, erzeugt den Eindruck von Einheit. Schneide ich aber an zwei sehr verschiedenen Stellen meines Lebens in die Bewegung der Subjektivität hinein (z.B. in der Jugend und im Alter), merke ich deutliche Differenzen, die sogar das Gefühl beinhalten können, mir selbst fremd zu sein (ich verstehe nicht mehr wer ich war). Brüche/Diskontinuitäten in der Subjektivität gibt es auch. Schlimmstenfalls erfahren wir einen Subjektivitätsbruch als krankhaft (z.B. Schizophrenie).
b)      (zu Satz 3) Dies ist das Dogma der absoluten Freiheit: Ich bin der unbewegte Beweger, der Startpunkt meiner körperlichen Spontanität, mein Wille bestimmt losgelöst von meinem objektiven Zustand was sei. Mit der realen Erfahrung von uns selbst hat das freilich nichts zu tun. Unsere Willensäußerungen sind real nie losgelöst von dem Zustand, der Situation in der ich mich befinde und basieren auf meiner Interpretation dieses Zustandes, dieser Situation.