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Triggerpunkte

Triggerpunkte
 
Eine weitere Überzeugung, die sich mehr und mehr verbreitet, ist die, dass Muskelverspannungen und die Schmerzen, die sie auslösen in engem Zusammenhang mit sogenannten Triggerpunkten (engl.: to trigger = deutsch: auslösen) stehen. Was ein Triggerpunkt ist, lässt sich wohl für den praktischen Gebrauch am besten verstehen, wenn man an Muskelverdickungen oder Muskelknoten denkt.




Ein Muskel, der in der Kontraktion angespannt wird, verkürzt sich in der Länge. Da das Material des Muskels, der sich in diesem Zusammenhang wohl am besten mit einem Gummiband vergleichen lässt, nicht einfach verschwinden kann, muss er also logischerweise auf kürzerer Strecke an Volumen/Umfang zunehmen. Der Muskel bildet quasi einen Bauch durch Kompression seiner Fasern. Diese Kompression erhöht den Druck in den Muskelgefäßen und sorgt dafür, dass Sauerstoff, Blut etc. nicht mehr optimal durch den Muskel fließen, seine „Ernährung“ und der Abtransport von Abfallstoffen also nachlässt. Normalerweise ist das kein Problem. Sobald sich der Muskel wieder entspannt, fließt neues Blut ein und mit ihm Sauerstoff. Bei Überanspruchung der Muskulatur kann dieser Kreislauf jedoch durcheinander kommen, bzw. gestört werden. Ein bekanntes Resultat einer solchen Störung ist z.B. der Muskelkater nach dem Sport. Die Schmerzen die hier entstehen, sind sie nun auf Übersäuerung des Muskels oder Mikrofaserisse zurückzuführen, haben offensichtlich ihren Ursprung in einem Ungleichgewicht zwischen Muskelbelastung und Muskelregenerationsfähigkeit.

Schmerzauslösende Triggerpunkt entstehen im Rahmen solcher Ungleichgewichte/Überbelastungen. Sie lassen sich quasi als Kompressionszentren verstehen, die während der Muskelanspannung entstehen und trotz der ihr folgenden Entspannung bestehen bleiben. Die Folge also ist, dass in diesen Teilen des Muskels, die Durchblutung gestört ist und Schadstoffe nicht ausreichend ab- und Sauerstoff zu-transportiert wird.
Schmerzen verursacht ein solcher Triggerpunkt jedoch nicht unmittelbar. Oft ist er einfach nur latent vorhanden und löst, außer bei lokalem Druck auf den Punkt, kein Schmerzgeschehen aus. Setzt sich die Überbelastung aber fort, bzw. wird sie punktuell zu groß, kann der Trigger „aktiviert“ werden. Das geschieht z.B. bei dauerhafter Fehlhaltung (Arbeiten vor dem Computer) oder traumatischen Einflüssen, wie Unfällen etc. Aber auch das 2 minütige Sitzen in einer unbequemen Position oder das Drücken eines Portemonnaies auf die Pobacke, können einen Triggerpunkt aktivieren.
Ein aktivierter Triggerpunkt wiederum schmerzt verstärkt bei lokalem Druck. Darüber hinaus ist der Muskel in dem er sich befindet oft spürbar verspannt und manchmal lokal geschwollen, so dass er sich bei Berührung insgesamt schmerzhaft anfühlt. Dieses Schmerzgefühl wird oft als ein Brennen empfunden, bzw. es kommt einem vor, als gäbe es in der entsprechenden Region eine flächige Entzündung.
Leider sind das nicht alle Schmerzsymptome, die ein Triggerpunkt verursacht. Neben diesen unmittelbaren Schmerzen, sind Trigger auch für Schmerzen in anderen Regionen abseits ihres eigenen Muskels verantwortlich. Solche Übertragungsschmerzen können manchmal in weit entfernte Regionen ausstrahlen. So kann ein Triggerpunkt in einem Muskel des Gesäßes oder der Lende durchaus Schmerz im Oberschenkel, der Wade oder den Füßen erzeugen. Solche Schmerzen sollten jedoch nicht mit z.B. „echten“ Ischiasschmerzen verwechselt werden. Diese sind meist durchdringender und ziehen sich deutlicher entlang der Nervlinie vom Gesäß zu den Waden/Füßen herab.
Um Festzustellen, ob ihre Schmerzen im Bein von Nerven herrühren oder „lediglich“ von Muskelverspannungen, müssen Sie sich nur auf den Boden legen und das Bein das schmerzt leicht erhöht an der Wand oder auf einem Hocker abstützen (ungefair 45° Winkel zwischen Bein und Boden). Wenn sie jetzt das Bein durchdrücken, die Zehen anziehen und die Ferse rausdrücken, werden sie bei Schmerzen am Ischiasnerv ein starkes Ziehen von der Ferse entlang der Wade, über die Kniekehle bis hin zum Schambeinbereich spüren. Bei einer stärkeren Kompression z.B. der Nervenwurzel ist es ihnen wahrscheinlich schon gar nicht mehr möglich diese Übung bei 45° durchzuführen.
Spüren sie aber keine solche Intensivierung des Schmerzes, dann rühren ihre „Beinschmerzen“ höchstwahrscheinlich von Triggerpunkten an anderen Orten der Muskulatur her. Diese zu suchen und zu behandeln lohnt sich übrigens aber auch bei „echten“ Nervenschmerzen, denn, oft werden die Nerven nicht nur z.B. von vorgetretenen Bandscheiben bedrängt, sondern auch von verspannten Muskeln. Bekannt ist z.B. das Piriformis-Syndrom, bei dem der verspannte Piriformis Muskel (der Muskel sitz tief im Gesäß und sorgt für die Innen- bzw. Aussenrotation des Beines) auf den Ischiasnerv drückt und dabei quasi die gleichen Symptome hervorruft, wie ein Bandscheibenvorfall o.ä. Rückenprobleme.