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Winter 2007 - Heinelike


– Winter 2007 – Heinelike
 
 
1.
Ich fahre durch Deutschland -
Tief stehn die Nebel -
Mit einem gefrornen Gesicht.
 
Gegen mein Lächeln,
Erinnerung schleicht,
blicken Wälder trübe zurück.
 
Da wird es mir warm -
Romantiker schon immer! -
und mein Herz beginnt zu glühn
 
Ich erinnere den Fall,
auf Knien in Polen,
und Stolz rinnt über mein Gesicht.
 
Ich erinnere Rosa,
weiblicher Aufruhr,
und es kribbelt mir so in den Zehn.
 
Es fällt die Mauer,
es prenzelt der Berg,
es jauchzt mir zwischen den Zähnen.
 
 
 
2.
Beim Weiterfahren, zwischen den Bäumen,
- wir lernten den Erlkönig -
sehe ich Mütter,
drei Johr müssn’s scho sein.
 
Und in den Wipfeln,
- Auch den Zauberlehrling habe ich gespielt -
sitzen Herren,
keine Frauen sind dabei.
 
Im Abteil hör ich weinen,
aus dem Leben eines Taugenichts,
ein Rabenmutterkind.
 
Und vorn in der Lock,
versteckt hinterm Ofen,
verbrennt manch verkrüppeltes Ding.
 
Vom Heck her dröhnt quiecken -
wir Mädels vom Immenhof,
wir hacken die Schweine zu Brei.
 
Und tief in der Nacht,
die Gasflaschen zischen,
hasten Zyklonkühe vorbei.
 
 
 
3.
Ich fahre durch Deutschland,
Goethes Hand ruht auf mir,
einsam und allein.
 
Es stehen am Wege,
gefrorene Lächler,
Hitler in Mark und Gebein